Thermische Speichermasse
Eine Fußbodenheizung mit Estrich oder ein massives Gebäude speichert tagsüber erzeugte Wärme und gibt sie über Stunden wieder ab.
COP-Tuning · Betriebsstrategie
Im Donautal schwankt die Außentemperatur an Wintertagen oft um 5 °C zwischen Nacht und Mittag. Wer die Wärmepumpe bevorzugt tagsüber laufen lässt und die thermische Trägheit des Hauses - oder einen Pufferspeicher - als Zwischenspeicher nutzt, profitiert vom höheren COP der wärmeren Stunden. Der Rechner zeigt, wie groß dieser Effekt realistisch ausfällt.
Dieses Praxisbeispiel ist eine nachvollziehbare Näherung, keine thermische Gebäudesimulation und keine Herstellerfreigabe. Die COP-Kennlinie basiert auf linear interpolierten Herstellerwerten, die Temperaturspreizung auf langjährigen Klimamittelwerten einer einzelnen Wetterstation. Realer Vorlauf, Abtauzyklen, Regelverhalten und Gebäudedynamik sind nicht vollständig abgebildet.
Die errechnete Einsparung ist eine plausible Größenordnung, keine garantierte Kennzahl für ein bestimmtes Gebäude.
Im Kernwinter liegt zwischen dem typischen Tagestiefst- und Tageshöchstwert häufig eine Differenz von rund 4,6 bis 6,2 °C - an klaren, windstillen Tagen oft noch mehr, bei Nebel und geschlossener Wolkendecke deutlich weniger.
| Monat | Tagesmaximum | Tagesminimum | Differenz |
|---|---|---|---|
| Dezember | +4,2 °C | −0,4 °C | 4,6 °C |
| Januar | +2,8 °C | −1,8 °C | 4,6 °C |
| Februar | +5,4 °C | −0,8 °C | 6,2 °C |
Quelle: GeoSphere Austria, Station Melk, aufbereitet von Tauernwetter.
Hersteller geben den COP meist nur für wenige Außentemperaturen an. Dazwischen lässt er sich näherungsweise linear interpolieren. Am Beispiel einer Luft-Wasser-Wärmepumpe mit 35 °C Vorlauf (7 kW-Klasse):
| Außentemperatur | COP | Status |
|---|---|---|
| +7 °C | 5,00 | Herstellerwert |
| +5 °C | 4,52 | interpoliert |
| +2 °C | 3,80 | Herstellerwert |
| 0 °C | 3,58 | interpoliert |
| −2 °C | 3,36 | interpoliert |
| −5 °C | 3,02 | interpoliert |
| −7 °C | 2,80 | Herstellerwert |
Auffällig: Zwischen −7 °C und +2 °C steigt der COP flacher (≈0,11 je °C) als zwischen +2 °C und +7 °C (≈0,24 je °C). Der Rechner unten bildet genau diesen Knick nach, statt eine einzelne Gerade über den ganzen Bereich zu legen.
Eigene Außentemperaturen, COP-Stützpunkte und den heute üblichen bzw. angestrebten Tagbetriebs-Anteil eintragen. Der Rechner vergleicht den Stromverbrauch für dieselbe Wärmemenge vor und nach der Verschiebung.
Die Verschiebung funktioniert nicht per Knopfdruck, sondern über Zeitfenster, in denen die Wärmepumpe bevorzugt bzw. zurückhaltend laufen soll:
| Zeitraum | Betriebsstrategie |
|---|---|
| 00–06 Uhr | Möglichst wenig Betrieb |
| 06–09 Uhr | Nur bei Wärmebedarf |
| 09–16 Uhr | Bevorzugter Betrieb |
| 16–22 Uhr | Reduzierter Betrieb |
| 22–24 Uhr | Möglichst wenig Betrieb |
Wichtig ist, dabei nicht einfach die Vorlauftemperatur stark anzuheben - das würde einen Teil des COP-Vorteils wieder zunichtemachen. Die Verschiebung funktioniert am besten, wenn drei Voraussetzungen zusammenkommen:
Eine Fußbodenheizung mit Estrich oder ein massives Gebäude speichert tagsüber erzeugte Wärme und gibt sie über Stunden wieder ab.
Ein ausreichend groß dimensionierter Pufferspeicher erlaubt eine noch stärkere Verschiebung, unabhängig von der Gebäudemasse.
Die Raumtemperatur darf tagsüber geringfügig ansteigen und nachts geringfügig absinken, ohne dass das als unangenehm empfunden wird.
Die hier gezeigte Größenordnung von rund 3-7 % Jahresstromeinsparung gegenüber einem gleichmäßigen 24-Stunden-Betrieb ist eine überschlägige Erwartung für eine gut gedämmte Immobilie mit Fußbodenheizung im Donautal - keine aus den Klimadaten allein ableitbare Garantie.
Der tatsächliche Effekt hängt vom individuellen Gebäude, der Regelstrategie der Wärmepumpe, den realen Vorlauftemperaturen und dem Wetterverlauf des jeweiligen Winters ab.
Quellen: GeoSphere Austria, Station Melk (2009–2025), aufbereitet von Tauernwetter; technische Datenblätter von Wärmepumpenherstellern (hier beispielhaft LG Therma V R290, 35 °C Vorlauf).
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